Der Bibliotheksbestand der Bibliothek des Mariengymnasiums Jever (Bibliothekssigel "Je1") setzt sich aus mehreren Einzelsammlungen und -beständen zusammen. Vermehrt werden allerdings nur noch die für den schulischen Unterricht relevanten Fachgebiete sowie die Sammlungen zu Jever und dem Jeverland sowie zu bedeutenden Jeveranern, Jeverländern und ehemaligen Schülern des Gymnasiums.
Der Bestand ist im Niedersächsichen Zentralkatalog in Göttingen verzeichnet.

Inkunabeln (GW, INKA, ISTC):
Im Besitz der Bibliothek befinden sich sechs Inkunabeln aus dem Zeitraum von 1491 bis 1497. Sie entstammen den drei großen Teilbibliotheken, die zum Nutzen der Öffentlichkeit und des schulischen Unterrichts ins Mariengymnasium gelangten, nämlich den Bibliotheken des jeverschen Rentmeisters Remmer von Seediek, des jeverschen Drosten und Fürsten von Anhalt-Zerbst, Johann Ludwig II., sowie des jeverschen Privatgelehrten Heinrich Georg Ehrentraut.

Frühdrucke bis 1550 (VD16, Bestandskennung "VD242"):

Ältere Drucke ab 1551 (VD16):

Moderne Drucke:

Mittelalterliche Handschriften (Hs.Frg.):
Die Bibliothek des Mariengymnasiums besitzt keine vollständigen mittelalterlichen Handschriften, auch wenn bekannt ist, daß Einzelbestände der Bibliothek, so beispielsweise die Bibliothek des jeverschen Rentmeisters Remmer von Seediek, ehemals auch mittelalterliche und humanistische Handschriften umfaßten. Der vorhandene Bestand setzt sich aus literarischen, juristischen, theologischen, liturgischen und musikalischen Fragmenten zusammen, die bei Restaurierungen des Altbestands als Makulatur aus Buchdeckeln, -spiegeln und -rücken ans Tageslicht gelangen oder Bestandteil historischer Pergamenteinbände sind.

Neuzeitliche Handschriften (Hs.Slg. Nr.):
Es gibt nur wenige Bibliotheken zwischen Ems und Weser, die einen solchen Reichtum an Handschriften zur regionalen Territorialgeschichte aufweisen können wie die des Mariengymnasiums Jever. Die Gruppe der neuzeitlichen Handschriften umfaßt zahlreiche Manuskripte, die der bedeutende jeversche Privatgelehrte Heinrich Georg Ehrentraut als Abschriften von Urkunden, Akten, Chroniken und Rechnungen in verschiedenen Archiven anfertigte oder anfertigen ließ und dem Mariengymnasium nach seinem Tod 1866 vererbte. Ehrentraut hatte ferner seit den 1830er Jahren Handschriften aus den Nachlässen alten ostfriesischen Honoratiorenfamilien (v. Wicht, Loesingh, Conring, Jhering, v. Halem) erworben, die somit ebenfalls ins Gymnasium gelangten.
Die zweite große Gruppe an Manuskripten stellt das sogenannte "Werdumer Archiv" aus dem Besitz der friesischen Adelsfamilie von Werdum dar, das auf Umwegen bereits im Jahr 1850 der Bibliothek überlassen worden war.
Wichtig für die Geschichte des ostfriesischen Staatshaushalts sind die amtlichen Unterlagen der Auricher Rentkammer, die der ehemalige fürstlich ostfriesische Rentmeister Friedrich Balemann (1645-1712) nach Ende seiner Tätigkeit nach Jever mitgenommen hatte.
Zu weiteren kleineren Einzelnachlässen, z. B. des Predigers Johann Gottlieb Siegmund Braunsdorf (1752-1825) und des Privatgelehrten Martin Bernhard Martens (1743-1809), kommen ferner einzelne Handschriften der jeweiligen Regenten des Jeverlandes sowie zahlreiche Dokumente zur Geschichte des Mariengymnasiums. Da die Handschriftensammlung aus mehreren Nachlässen zusammengewachsen ist, sind manche Texte in zwei, drei oder gar vier Kopien vorhanden.

Musikalien ([4/101]-[4/203]):
Die Bibliothek umfaßt eine kleine, aber bedeutende Sammlung von Musikdrucken und Musikhandschriften (vielfach Unica). Von den handschriftlich überlieferten Kompositionen stammen einige von Mitgliedern der Zerbster Hofkapelle wie Johann Baptist Kuch und Johann Ulich, andere sind von Musikern aus dem thüringisch-sächsichen Raum wie Christian Friedrich Witt und Johann Gottfried Golde.
Die Anschaffung einiger Musikdrucke dürfte der Zerbster Fürst Johann Ludwig selbst vorgenommen oder veranlaßt haben, wie seine handschriftlichen Besitzvermerke belegen.
In den allgemeinen Literaturbeständen der Bibliothek sind einige weitere Schriften zur Musiktheorie und Gesangbücher erhalten, die nicht zur Gruppe der Musikalien im engeren Sinne gehören.
Hinweis: Die Sammlung neuzeitlicher Handschriften umfaßt unter der Signatur Hs.Slg. Nr. 436 weitere Zerbster Musikalien (Glückwunsch- und Trauerkantaten).

Landkarten (K Nr.):
Der in der Bibliothek des Mariengymnasiums vorhandene Landkartenbestand betrifft besonders das Deich-, Siel-, Grenz- und Wasserwesen der Region Jeverland/Ostfriesland/Oldenburg im 17. und 18. Jahrhundert. Sie dienten neben Projekten der Landgewinnung durch Eindeichung vor allem auch der Klärung der jeverländisch-ostfriesischen Grenze ("Goldene Linie") sowie der Landverbindung zwischen Jeverland und Oldenburg in Ellenserdamm. Zur Gruppe dieser historischen Karten gehören sowohl Drucke als auch Handschriften.
Neben diesen einzelnen Landkarten befinden sich auch zahlreiche Atlanten im Besitz der Bibliothek, die jedoch den sonstigen Buchbeständen eingegliedert und dort nachgewiesen sind.

Archivalien:

Medien:

Kunst:
In den Bibliotheksräumen sind einige historische und zeitgenössische Kunstwerke (Gemälde, Kupferstiche, Kunstdrucke) ausgestellt, die sich im Besitz des Mariengymnasiums befinden. Ferner werden regelmäßig Produkte des schulischen Kunstunterrichts präsentiert.

Signaturen der einzelnen Sammlungen:
JL = Bestand Fürst Johann Ludwig von Anhalt-Zerbst
RvS = Bestand Remmer von Seediek